Allerheiligen und Allerseelen

Liebe Goldbacherinnen und Goldbacher,

am kommenden Montag besuchen viele Bürgerinnen und Bürger wie jedes Jahr an Allerheiligen die Andachten zum Gedenken an verstorbene Angehörige auf unseren drei Friedhöfen. An diesem Tag gedenken wir auch der Heiligen der Kirche. Seinen Ursprung hat Allerheiligen im vierten Jahrhundert. Seit dem 10. Jahrhundert wird am 2. November an Allerseelen zusätzlich aller Verstorbenen gedacht. Die damit verbundene Gräbersegnung wird bereits am Nachmittag von Allerheiligen, dem Feiertag, vorgenommen.

In dieser eher ruhigen und dunklen Zeit bietet es sich oft an, über das Thema Tod und Sterben intensiver nachzudenken. Die Bestattungskultur erlebte in den letzten Jahren einen enormen Wandel. Ein Blick auf unsere Friedhöfe genügt und wir stellen fest, dass die Nachfrage nach einem herkömmlichen Familiengrab immer mehr abnimmt. Gräber, die nicht mehr verlängert werden, stehen leer und stören in den Augen vieler die Optik und Harmonie auf den Friedhöfen. Stattdessen gewinnen alternative Bestattungsformen zunehmend an Bedeutung, was auch dem gesellschaftlichen Wandel und der zunehmenden Flexibilität der Gesellschaft geschuldet ist. Heute ist es keinesfalls selbstverständlich, dass Angehörige von Verstorbenen noch in Goldbach leben und sich um die Grabpflege kümmern können oder wollen. Daher sind unsere Gemeinschaftsgrabfelder, deren Pflege von einer Firma übernommen wird, sehr stark nachgefragt. Darüber hinaus werden Erdbestattungen seltener, während Urnenbestattungen immer mehr zunehmen. Vor allem die Baumurnengräber auf dem Waldfriedhof und Unterafferbach sind als letzte Ruhestätte sehr beliebt, also hin zum Purismus und zur Natur.

Der Markt Goldbach reagiert selbstverständlich auf solche Trends und erhöht stetig die Vielfalt der Bestattungsmöglichkeiten. Das Sternenkindergrab soll beispielsweise Eltern, die den Tod eines ungeborenen Kindes unter 500 Gramm zu beklagen haben, die Trauerarbeit erleichtern. In unserem Friedhofsflyer, der im Bürgerbüro oder auf unserer Homepage als PDF erhältlich ist, können Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Bestattung umfassend informieren. Wenn sich jeder Einzelne von uns bereits zu Lebzeiten mit dieser Frage beschäftigt, erleichtert er seinen Angehörigen im Ernstfall sicherlich vieles und es bleibt mehr Raum für die eigentliche Trauerarbeit.

Die Trauerkultur befindet sich ebenfalls im Umbruch. Der Friedhof wird immer mehr zu einem Ort der Begegnung und der Erinnerung und zu einem Platz zum Verweilen. Auch wir entwickeln gerade alternative Ideen, die durch Anregungen aus der Bürgerschaft und der lokalen Politik bekräftigt werden, um diesen Wünschen gerecht werden zu können. Ein Memoriam-Garten mit Sitzmöglichkeiten und angenehmem Ambiente ist ein Beispiel für einen modernen Trauerort, den sich viele Angehörige wünschen. Wir bleiben im Marktgemeinderat dran an diesem sensiblen Thema, das uns alle angeht, denn….

„…..die Erinnerung ist ein Friedhof, der blüht“
(unbekannter Verfasser)


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