DenkOrt Deportationen 1941-1944

Liebe Goldbacherinnen und Goldbacher,

vor dem Würzburger Hauptbahnhof befindet sich der DenkOrt. Er ist ein Ort der Erinnerung an über 2000 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus ganz Unterfranken. Sie wurden durch den NS-Staat von Würzburg und Kitzingen aus in die Vernichtungslager in Osteuropa verschleppt.

Der DenkOrt ist ein ganz besonderes Denkmal – er ist kein abgeschlossenes Werk, sondern er wird stetig erweitert. Menschen aus 109 Gemeinden beteiligen sich mit künstlerisch gestalteten Gepäckstücken und stellen jeweils das „Zwillingsstück“ in ihrer Gemeinde auf. So bildet Würzburg das Zentrum eines Netzwerkes aus Gedenkorten in ganz Unterfranken.

Auch der Markt Goldbach nimmt an dem Projekt teil. Während der Zeit des Nazi-Unrechtsstaates hatte unsere Heimatkommune 26 deportierte jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger zu beklagen. In Goldbach selbst erinnern bereits die Stolpersteine an ihr Schicksal.

Ein durch einen regionalen Künstler gefertigter Koffer aus Sandstein wurde am letzten Freitag im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Würzburg aufgestellt. Eine kleine Delegation der Marktgemeinde Goldbach nahm an der beeindruckenden Gedenkfeier teil. Der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt, begrüßte als Gastgeber die anwesenden Gäste und wies genau wie die anderen Redner auf die immense Bedeutung der Erinnerung dieser Gräueltaten hin. Gerade in der heutigen Zeit, wo Rechtsextremismus eine immer größere Bedrohung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellt und die Zeitzeugen immer weniger werden, sollte eine aktive Erinnerungskultur für uns alle eine Herzensangelegenheit sein.

Das „Zwillingsstück“ des Koffers wird am Dienstag, den 09.11.2021 um 18 Uhr neben dem Judengedenkstein auf dem Apothekenparkplatz im Sachsenhausen im Rahmen der diesjährigen Gedenkfeier anlässlich des 83. Jahrestages der Reichspogromnacht feierlich aufgestellt. Zu dieser Veranstaltung ergeht bereits heute recht herzliche Einladung.

Stehen wir gemeinsam dann auf, wenn Minderheiten ausgegrenzt, beleidigt und ihrer Menschenrechte beraubt werden, auch im Kleinen auf kommunaler Ebene in Vereinen, in der Schule oder einfach nur bei alltäglichen Begegnungen, ganz nach dem Motto „Never again“!

Herzlichst
Ihre Bürgermeisterin
Sandra Rußmann


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