Neujahrswünsche

Liebe Goldbacherinnen und Goldbacher,

zunächst wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen auch im Namen des Marktgemeinderates und allen Beschäftigten des Marktes Goldbach ein frohes neues Jahr und dass möglichst viele Ihrer individuellen Wünsche in Erfüllung gehen!

Der Wunsch nach mehr Normalität und Überwindung der Pandemie eint uns wahrscheinlich alle. Die seit fast 2 Jahren anhaltende Corona-Pandemie wirkt wie ein Brennglas auf unsere Gesellschaft.

Das Spannungsverhältnis zwischen Individualismus und Freiheitsstreben auf der einen und das kollektive Bedürfnis nach Gesundheitsschutz auf der anderen Seite kristallisierte sich immer mehr heraus. Während eine breite Mehrheit der Gesellschaft die Erhöhung der Impfquote

als Mittel zur Bekämpfung der Pandemie sieht, befürchten andere einen unverhältnismäßigen Eingriff in die individuellen Rechte und Freiheiten, wenn der Staat in dieser Hinsicht immer mehr reglementiert. Ich bin froh, dass Ausschreitungen und undemokratisches Verhalten, wie wir es in vielen Teilen Deutschlands leider momentan beobachten können, in Goldbach die absolute Ausnahme und der respektvolle Umgang miteinander gängige Praxis des Zusammenlebens ist.

Vor allem die mittleren und jüngeren Generationen werden durch die Corona-Krise vor völlig ungewohnte Herausforderungen gestellt. Entbehrungen und Unplanbarkeit durch Kriegs- und Nachkriegsjahre sind ihnen im Vergleich zu der älteren Generation bisher weitgehend fremd geblieben. Im Gegenteil – für viele schien alles machbar und planbar. Wir leben seit 2 Generationen in Frieden und Urlaube, Events und der berufliche Werdegang wurden minuziös geplant. Auf einmal sieht man sich konfrontiert mit Absagen und Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten, einhergehend mit der konkreten Gefahr des Jobverlusts, vor allem in bestimmten Branchen. Ich bin sehr gespannt, ob diese neue Erfahrung zu einer Veränderung der Sichtweise vieler und vielleicht sogar zu mehr Dankbarkeit von vorher scheinbar Selbstverständlichem führt.

Neben der Corona-Krise sehen wir uns derzeit mit vielen anderen Krisen konfrontiert, allen voran der Klimakrise. Dass in diesem Zusammenhang nicht alles so bleiben kann wie es ist, ist (fast) allen klar, nur wie genau es sich verändern soll, um auch den nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, darüber gehen die Vorstellungen weit auseinander, oft auch in der Kommunalpolitik. In einer Demokratie ist Diskurs wichtig und richtig, doch Verzicht scheint unvermeidbar, um den Herausforderungen gerecht zu werden und der beginnt bei jedem Einzelnen.

Auch der Markt Goldbach nimmt die Herausforderungen an, denn in der Klimakrise heißt es global zu denken und lokal zu handeln. Bei jeder Baumaßnahme wird auf Klimakonformität geachtet, auch wenn das teilweise zu nicht unerheblichen Mehrkosten führt, was in Zeiten knapper Kassen und großen Millionenprojekten nicht immer einfach ist. Die Kommune muss aber mit gutem Beispiel vorangehen und zudem private Bauherren animieren, klimagerecht zu sanieren bzw. zu bauen. Wir planen beispielsweise Mitte Februar in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt eine Informationsveranstaltung „Erneuerbare Energien im Neubau“, die potentielle Bauherren über die zahlreichen Möglichkeiten des ressourcenschonenden und klimagerechten Bauens und den entsprechenden Förderungsmöglichkeiten von Staat, Kommune und öffentliche Kreditgeber aufklären soll. Hierfür erhalten Sie zeitnah eine gesonderte Einladung, auch über das Amtsblatt.

Der Markt Goldbach arbeitet zudem aktiv daran, die Verkehrswende voranzutreiben, zum Beispiel durch schrittweise Umsetzung des bereits verabschiedeten Radwegekonzepts oder die Gestaltung eines lebenswerten Ortskerns durch Vermeidung allzu großer innerörtlicher Verkehrsbelastung. Hierbei sind wir auf die Mithilfe jedes einzelnen Bürgers angewiesen, das Auto zugunsten eines Fußmarsches, des Fahrrades oder der Nutzung des ÖPNVs immer öfter auch mal stehen zu lassen.

Dieser vermeintliche Verzicht kann letztlich auch eine Erhöhung der individuellen Lebensqualität bringen. Vielleicht bekommen wir dadurch auch die Verkehrsprobleme des fließenden und ruhenden Verkehrs in Goldbach in den Griff, die von vielen Bürgern auf Bürgerversammlungen, in direkten Gesprächen oder durch E-Mails immer wieder thematisiert werden.

„Ich wünsche mir für 2022 weniger Baustellen in Goldbach“- so äußerte sich ein Goldbacher Bürger mir gegenüber. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, denn jede Baustelle bringt Einschränkungen mit sich und stellt die Geduld der Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf die Probe. Baustellen symbolisieren aber auch Fortschritt in einer Gemeinde und Stillstand bedeutet ja bekanntlich Rückschritt. In einer fortschrittlichen Kommune wie Goldbach lassen sich Baustellen nicht ganz vermeiden. Goldbach ist als Wohnort sehr beliebt, was an den zahlreichen Bautätigkeiten im ganzen Ortsgebiet unschwer zu erkennen ist. Der Marktgemeinderat und die Verwaltung versuchen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten auch im neuen Jahr die Balance zwischen angestrebter Innerortsverdichtung, maßvoller Versiegelung und Eindämmung des Flächenfraßes zu halten. Mit den natürlichen Grenzen des Wachstums wird Goldbach in den nächsten Jahren verstärkt konfrontiert werden, denn sowohl unsere Ressourcen als auch unsere Möglichkeiten zur Erweiterung der notwendigen Infrastruktur sind endlich.

Zahlreiche kommunale Bauprojekte sind im alten Jahr begonnen worden, werden weitergeführt oder in diesem Jahr gestartet. Einige kommen zeitnah zum Abschluss, allen voran die Generalsanierung unseres Waldschwimmbades. Allen ist eines gemeinsam:  Probleme durch Materialknappheit, exorbitant steigende Rohstoffpreise und Facharbeitermangel machen auch vor der Kommune nicht Halt und es gilt diese Schwierigkeiten zu meistern.

Neben den Baustellen, deren Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger wir so gering wie möglich halten wollen, werden diverse Planungen für Sie vorangetrieben. Der aktualisierte Rahmenplan für unseren Ortskern wird verabschiedet, veröffentlicht und mit den Bürgern diskutiert.

Erste konkrete Planungsschritte zum Umbau des alten Feuerwehrhauses stehen in diesem Jahr auf der Agenda. Es soll ein multifunktionales Haus entstehen, welches mehr Leben in unsere Ortsmitte bringt und von dem möglichst viele Bürger profitieren werden, denn nur dann sind Investitionen in dieser Höhe derzeit zu rechtfertigen.

Der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen wird ein Dauerthema der nächsten Jahre sein. Während eine Kinderkrippe Mitte des Jahres eingeweiht wird, machen wir uns im Verborgenen bereits Gedanken um weitere Möglichkeiten der Errichtung von Kindertagesstätten für alle Altersbereiche.

Gespannt dürfen wir ferner auf die Entwicklungen im Bereich der Seniorenbetreuung sein. Durch den Sozialverein, dem Quartiersmanagement und dem geplanten Seniorenprojekt im Sätzweg können wir diesbezüglich hoffnungsvoll in die Zukunft sehen.

All die geplanten Maßnahmen stoßen nicht bei allen Bürgern auf uneingeschränkte Zustimmung, das ist in einer Demokratie auch nahezu unmöglich. Der von Ihnen gewählte Marktgemeinderat versucht aber gemeinsam mit der Verwaltung möglichst viele verschiedene Gruppierungen und Interessen zu bündeln, Interessenskonflikte abzuwägen und zu einem hoffentlich für alle tragfähigen Konsens zu kommen.

Gerne hätten wir uns auf dem Neujahrsempfang am kommenden Sonntag mit Ihnen ausgetauscht, aber Veranstaltungen dieser Größenordnung sind leider derzeit nicht möglich und wären auch nicht sinnvoll.

Wenn es die Lage wieder zulässt, finden wir hoffentlich noch die Vereinsstrukturen vor, um Feste zu feiern und Begegnungsorte zu schaffen. Genügend Helferinnen und Helfer und Organisatoren mit Elan sind genauso unverzichtbar wie Sie alle, die die Mühen mit Ihrem Kommen zu den Veranstaltungen wieder belohnen. Das wünsche ich mir für uns alle!

Bis dahin – halten Sie durch!

Herzlichst
Ihre Bürgermeisterin
Sandra Rußmann


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